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„Leidenschaft für die Lebenshilfe“ – Abschied von Mechtild Gräfin Kerssenbrock

Sie hat die Lebenshilfe geprägt und war über viele Jahre ihr Gesicht im Kreis Gütersloh.  Nach mehr als 33 Jahren an der Spitze des Vereins, davon 24 Jahre als stellvertretende Vorsitzende und 9 Jahre als 1. Vorsitzende wurde Mechtild Gräfin Kerssenbrock am 23. Oktober verabschiedet.

Rund  200 Gäste waren in die Rotunde des Kreishauses gekommen, um sich bei „einer Schlüsselfigur der Behindertenhilfe“ (Kreisdirektorin Susanne Koch) zu bedanken.

Sie alle waren Zeuge zahlreicher emotionaler Höhepunkte aber auch humorvoller Darbietungen, mit denen an die Stationen im Lebenswerk von Gräfin Kerssenbrock erinnert wurde. Als erster Redner würdigte Andreas Henke den Kampf der Gräfin für menschenwürdige Lebensverhältnisse von Kindern mit geistiger Behinderung. Als Anfang der 60iger Jahre die Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe in der Paul-Gerhard-Schule ihre Arbeit aufgenommen hätte, mussten die Pausen so gelegt werden, dass Begegnungen  mit Kindern ohne Behinderung ausgeschlossen waren. Gemessen an dieser Situation hätten die Persönlichkeiten der Gründergeneration wie Annemarie Stieglitz, Rolf Bennewitz und Gräfin Kerssenbrock ein wahres Wunder vollbracht.

Auch Kreisdirektorin Susanne Koch würdigte das konsequente Eintreten der Gräfin für das „Anderssein“ und ihre Leistung als „professionelle Managerin“ der Lebenshilfe.

Unter großem Beifall der Gäste sagte Frau Koch: „Unser Kreis ist nicht nur wirtschaftsstark, sondern auch sozial stark, weil es Menschen gibt wie Gräfin Kerssenbrock. Wir verneigen uns vor ihrem Lebenswerk.“

\"\"Anschließend wurde deutlich, dass sich das unermüdliche Engagement der Gräfin für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit geistiger Behinderung auch bis Berlin herumgesprochen hat. Doris Langenkamp vom Bundesvorstand der Lebenshilfe überreichte ihr als höchste Auszeichnung der Vereinigung die „Goldene Ehrennadel“.

Schließlich bedankte sich Mechtild Gräfin Kerssenbrock in einer spontanen, emotionalen Ansprache für die lobenden Worte. Dabei richtete sie persönliche Worte an die Familie und an viele enge Weggefährten. „Ohne Eure Unterstützung hätte ich das nicht geschafft!“

Zu den weitere Höhepunkten des Programms gehörten der Auftritt des Gebärdenchors „lautlos“, ein humorvoller Rückblick der Lebenshilfe-Rentnerinnen Marlene Hentze-Wohletz und Kirsten Herrmann auf die gemeinsame Zeit mit der Gräfin, ein Abschiedslied der Mitarbeiterinnen aus der Frühförderung sowie eine komödiantische Szene aus dem Tiemanns Hof.

Den emotionalen Schlusspunkt setzten die Bewohnerinnen und Bewohner der stationären Wohneinrichtungen der Lebenshilfe. Alle überreichten der Gräfin mit persönlichen Abschiedsworten und herzlichen Umarmungen eine rote Rose.

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