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Informationsveranstaltung zum Thema Patientenverfügung - Nutzen und Grenzen
Wir alle haben in der Regel eine ganze Reihe von Versicherungen.
Hausrat-, KfZ-, Haftplicht-, Kranken-, Renten- und Lebensversicherungen und viele mehr sollen uns vor den Risiken des Lebens schützen.
Doch wenige Menschen treffen Vorsorge abseits einer materiellen Absicherung für den Krankheitsfall.

Gemeint sind Regelungen wie z.B.:
Wer trifft Entscheidungen über unsere Gesundheit, wenn wir selbst hierzu nicht mehr in der Lage sind?
Wie und unter welchen Bedingungen möchten wir gesunderhalten werden, bzw. was wünschen wir uns für den Fall, dass eine Genesung unwahrscheinlich ist?

Die Antworten auf solche Fragen, wenn diese uns selbst betreffen, fallen uns schon schwer genug. Doch was ist mit Menschen, die aufgrund einer Behinderung gar nicht in der Lage sind, sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen?
Gerade in solchen Fällen lastet auf den Schultern der Angehörigen / Betreuer ein enormer Druck. Oft fühlen sie sich allein gelassen oder sehen sich einem Spektrum gegensätzlicher Meinungen ausgesetzt.

Diese Fragen zum Anlass nehmend, veranstaltete die Lebenshilfe Gütersloh am 10.03.2014 einen Informationsabend im Heimathaus in Harsewinkel rund um das Thema "Patientenverfügung" ein.

Viele Angehörige / gesetzliche Betreuer der Bewohner und Bewohnerinnen der Wohneinrichtungen der Lebenshilfe, aber auch Mitarbeitende und Betreute, nahmen die Möglichkeit wahr, sich von Matthias Krieg, Rechtsanwalt und Mitarbeiter der Caritas Paderborn, über die gesetzlichen Grundlagen und deren Auslegungen informieren zu lassen.

 
 Rechtsanwalt Matthias Krieg
Matthias Krieg zeigte dabei anschaulich den Nutzen von Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten auf, wies aber auch auf deren Grenzen und Anwendbarkeit hin. Ebenso durchleuchtete er den Begriff des "mutmaßlichen Willens" und wie dieser zu ergründen ist.

Der mutmaßliche Wille ist dabei die Entscheidung, die ein entscheidungsunfähiger Mensch vermutlich treffen würde. Wichtig hierbei ist die Lebensgeschichte eines Menschen, aus dem Werte und Haltungen der Person geschlussfolgert werden können. Die im Wohnbereich der Lebenshilfe angewendete Biografiearbeit kann hier wichtige Entscheidungshilfen bieten.

Neben den allgemeinen Informationen zum Thema beantwortete Matthias Krieg viele den Einzelfall betreffende Fragen.

Es zeigte sich, dass dieses Thema ein sehr komplexes und in seiner tatsächlichen Umsetzung sehr schwieriges Thema ist.
Gerade deshalb ist es um so wichtiger, sich hiermit frühzeitig auseinander zu setzen, und sich über Ansprechpartner und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.
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