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15. Oktober - Tag der Sprachentwicklungsstörung

Sprachentwicklungsstörungen gehören zu den häufigsten Entwicklungsstörungen im Kindesalter und stellen  insbesondere in den logopädischen Praxen einen Schwerpunkt der therapeutischen Arbeit dar. Aber nicht nur dort wird an einer Verbesserung der Sprachentwicklungsstörung gearbeitet. Auch in der interdisziplinären Frühförderung (IFF) arbeiten Sprachtherapeut*innen daran, die Auswirkungen einer Sprachentwicklungsstörung bei den betreuten Kindern zu reduzieren.

Um auf dieses Thema aufmerksam zu machen, wurde der Tag der Sprachentwicklungsstörung ins Leben gerufen und die Lebenshilfe Gütersloh macht mit, das Thema in die breite Öffentlichkeit zu bringen. Nähere Informationen zum Thema Sprachentwicklungsstörung finden Sie hier: www.giskid.eu/ses-ueberblick/


In der interdisziplinären Frühförderung wird bei jedem Kind die heilpädagogische Förderung mit den individuell empfohlenen medizinisch-therapeutisch Förderungen kombiniert. Zu letzteren gehört die Durchführung von Ergo- und Physiotherapie sowie von Logopädie.

Die Pädagogen*innen und Therapeut*innen arbeiten dabei mit behinderten und von Behinderung bedrohten Kindern, die meist zwischen drei und sechs Jahre alt sind. Es können aber auch schon jüngere Kinder betreut werden.

Das Ziel der logopädischen Arbeit ist dabei die bewusste Förderung der Sprachentwicklung, dabei grenzt sich die IFF bewusst von dem Begriff der „Therapie“ ab. Es wird demnach nicht störungsorientiert, sondern frei und individuell auf die Möglichkeiten des Kindes angepasst gearbeitet. Behandelt werden unterschiedliche Themenbereiche aus der Sprachentwicklung. Im Fokus stehen jedoch vor allem die Ebenen Wortschatz und Sprachverstehen und Grammatik, um dem Kind Mittel und Wege zur Kommunikation zu eröffnen und die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen.

Doch auch über die sprachtherapeutische Förderung hinaus haben die auftretenden Sprachentwicklungsstörungen Auswirkungen auf den Förderverlauf. Denn auch die Frühförderkräfte aus den Bereichen Ergotherapie, Physiotherapie und Heilpädagogik müssen dazu in der Lage sein, trotz der vorhandenen Sprachstörung mit den Kindern zu kommunizieren. So ist zum Beispiel die Formulierung von Wünschen, Bedürfnissen oder Fragen in jedem Förderbereich elementar für eine erfolgreiche Förderung.

Der Aufbau und die Nutzung des Wortschatzes sowie die Verbindung mit der Grammatik sind dafür essenziell. Versteht ein Kind beispielsweise die geäußerte Handlungsanweisung nicht oder fühlt sich mit einer Übung unwohl, benötigt es Möglichkeiten, dies mitzuteilen.

Es besteht also die Notwendigkeit über das Grundwissen der SES bei allen Frühförderkräften, um Missverständnisse in der Kommunikation zu minimieren, Frustrationen im Alltag abzubauen und die individuellen Ziele noch klarer zu formulieren.

Dieser Bericht entstand in Kooperation mit dem Studiengang Klinische Linguistik an der Universität Bielefeld.

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