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Gemeinsame Informationsveranstaltung der Lebenshilfen Gütersloh, Lippstadt und Warendorf in Kooperation mit der Lebenshilfe NRW zum Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III

Mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) ist eine der großen sozialpolitischen Reformen dieser
Legislaturperiode verabschiedet worden, an der fast ein Jahrzehnt lang gearbeitet wurde. Das Gesetz soll mehr Möglichkeiten und mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen schaffen.


Ist das wirklich so?
Was genau bringt uns denn nun das Gesetz?
Was bedeutet das für Menschen mit Behinderung ganz konkret?

Aktuell wirft das neue Gesetz mehr Fragen auf, als es beantwortet.

In der Informationsveranstaltung vom 29.05.2017 im Reethus in Rheda-Wiedenbrück beleuchtete Lebenshilfe NRW-Justiziar Christoph Esser diese und weitere Fragen und zeigte konkret die Auswirkungen, die dieses Artikelgesetzes auf das Leben von Menschen mit Behinderung haben wird auf.

Das rege Interesse an dieser Info-Veranstaltung zeigt, dass längst noch nicht alle Fragen geklärt sind und es auch sonst noch einigen Diskussionsbedarf zum Thema gibt.

Wir bleiben jedenfalls dran!

Herr Esser ist so freundlich gewesen, uns sein Vortragsskript zum Nachlesen zur überlassen, welches wir Ihnen hier als Download zur Verfügung stellen: BTHG und PSG III


Arvato Financial Solutions unterstützt Projekt der Lebenshilfe für Demenzkranke mit 5000 Euro

1,6 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Demenz. Von der Krankheit sind zunehmend auch ältere Menschen mit Down Syndrom betroffen. Arvato Financial Solutions reagiert nicht nur als Arbeitgeber auf den demographischen Wandel, sondern fördert auch passende soziale Projekte wie den Demenzgarten der Lebenshilfe Gütersloh.
Von der steigenden Lebenserwartung profitieren auch Menschen mit Down Syndrom. Dementsprechend sind sie auch von altersbedingten  Krankheiten betroffen. Sie sind oft sogar anfälliger dafür. Jeder zweite über 60-jährige mit Down Syndrom erkrankt inzwischen bereits an Demenz.

 
An der Wohnstätte Tiemanns Hof in Harsewinkel soll deshalb ein spezieller Garten entstehen, der den Draht der Demenzkranken zu ihrer Erinnerung wiederbelebt. Sensorische und olfaktorische Reize sind dabei die Hilfsmittel. Jeder kennt es: Charakteristische Düfte verbindet man mit bestimmten Situationen. Deshalb kann man mit Düften auch die Erinnerung fördern. Hochbeete, die auch für Rollstuhlfahrer erreichbar sind, bieten durch den Kontakt mit Erde und Pflanzen zudem sensorische Erfahrungen. Wichtig sind dabei geeignete Wege, damit sich die Betroffenen besser orientieren können. In der grünen Oase können Demenzkranke künftig hilfreiche Erfahrungen machen und in Austausch mit anderen treten. Das Projekt ist einmalig in der Region Gütersloh. Die Lebenshilfe sucht zu diesem Zweck aktuell Experten für Erdarbeiten und Landschaftsgärtner mit Vorerfahrung. Auf Wunsch können sich die Bewohner der Wohnstätte neben Freiwilligen dann bei der Gartenanlage beteiligen.

Kai Günzel, Geschäftsleitung infoscore Forderungsmanagement GmbH, eines Unternehmens von Arvato Financial Solutions: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Lebenshilfe einen Partner gefunden haben, der innovative Wege geht. Bei ihrem Einsatz für ein möglichst selbstbestimmtes Leben von Behinderten arbeitet die Lebenshilfe nach dem Prinzip des Forderns und Förderns. In Anbetracht des demographischen Wandels ist der Demenzgarten ein wundervolles Projekt, dem wir sehr gerne Starthilfe geben.“


Spendenübergabe an die Lebenshilfe - v.l. Mohamed Soubh (Betriebsrat Collection Arvato Financial Solutions Verl), Evelyn Voßhans (stellv. Vorsitzende der Lebenshilfe Gütersloh), Gerhard Birth (Geschäftsführer Lebenshilfe Gütersloh), Kai Günzel (Geschäftsleitung infoscore Forderungsmanagement GmbH)


Die Lebenshilfe Gütersloh ist eine Elterninitiative. Sie engagiert sich seit 1962 für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen sowie für jugendliche und erwachsene Menschen mit starken Lernschwierigkeiten und geistigen oder mehrfachen Behinderungen. Der Verein betreut mehr als 600 Menschen mit seinen Angeboten aus den Bereichen Wohnen, offene Hilfe sowie Frühförderung. Neben der Finanzierung durch Stiftungsmittel sind innovative Projekte oder Neuanschaffungen oft erst durch Spenden möglich. Ziel ist es, Menschen mit Handicap zu fördern, ihnen Entwicklungsperspektiven zu bieten und zum Beispiel durch gemeinsame Reisen und Feste ihre Familien zu unterstützen sowie ihre Integration zu fördern.

Ingrid Auweiler und Gerhard Birth übernehmen die Geschäftsführung der Lebenshilfe

Der Vorstand der Lebenshilfe Kreisvereinigung Gütersloh e. V. hat Ingrid Auweiler und Gerhard Birth zu gleichberechtigten Geschäftsführern berufen. Die beiden langjährigen Führungskräfte und derzeitigen kommissarischen Geschäftsführer folgen auf Karl Rustige, der die Leitung der Lebenshilfe Ende 2016 krankheitsbedingt aufgegeben hatte. Ingrid Auweiler (51) kam im Oktober 2008 zur Lebenshilfe und ist dort für den Bereich Verwaltung und Organisation zuständig. Gerhard Birth (54) gehört dem Leitungsteam seit September 2008 an und ist für den Bereich stationäres und ambulant unterstütztes Wohnen verantwortlich.

Ingrid Auweiler und Gerhard Birth führen künftig gemeinsam die Geschäfte der Lebenshilfe

Mit der Bestellung von Ingrid Auweiler und Gerhard Birth zu Geschäftsführern setzt der Vorstand auf Kontinuität und ein hohes Maß an Professionalität.Der Vorstand ist ist sich sicher, eine überzeugende interne Lösung gefunden zu haben. Beide Führungskräfte sind maßgeblich dafür mitverantwortlich, dass Lebenhilfe Hilfen und Dienstleistungen für Menschen mit geistiger Behinderung auf qualitativ hohem Niveau anbieten können.

Zur Bewältigung ihrer neuen Aufgabe bringen beide Geschäftsführer beste Voraussetzungen mit. Ingrid Auweiler hat nach einer kaufmännischen Ausbildung Betriebswirtschaft studiert und sich anschließend in unterschiedlichen Positionen intensiv mit den Themen Personal, Organisationsentwicklung und EDV befasst. Gerhard Birth ist studierter Diplom-Sozialarbeiter. Bevor er zur Lebenshilfe kam, war Gerhard Birth lange Jahre Leiter einer Wohnstätte mit zwei Außendependancen beim Wertkreis Gütersloh. Seine große Fachkompetenz im Bereich Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung unterstreicht auch seine Berufung in den Arbeitskreis Wohnen des Lebenshilfe-Landesverbands Nordrhein-Westfalen.


Lebenshilfe eröffnet Beratungsstelle im Kreis Gütersloh

Die Zukunftsplanung von Menschen mit geistiger und ggf. weiteren Behinderungen und ihren Familien stellt oft eine große Herausforderung für die Betroffenen dar. Familien laufen von Institution zu Institution, um Informationen zu erhalten, die ihnen das Leben leichter machen. Ist eine Frage beantwortet, merken die Betroffenen nicht selten, dass sie weiteren Informationsbedarf haben, da die jeweilige Beratung auf eine spezifische Fragestellung fokussiert war. Die weiteren Fragen müssen dann an anderen Stellen geklärt werden.

Das neue, von der Aktion Mensch unterstützte Beratungsangebot der Lebenshilfe Gütersloh, stellt den Menschen mit all seinen Bedürfnissen und Bedarfen, aber auch mit all seinen Ressourcen in den Mittelpunkt. Hierbei orientieren sich die beiden Beraterinnen Jacqueline Kawekji und Heidi Behr am Konzept der persönlichen Zukunftsplanung.
Sie stellen dabei nicht das Leistungsangebot eines Trägers in den Vordergrund, sondern betrachten die Unterstützungslandschaft ganzheitlich. Sie sind dabei ausschließlich der zu beratenden Person verpflichtet.

Die Beratung erstreckt sich nicht nur auf die Beantwortung von Fragen zu möglichen Leistungsbezügen. Wenn gewünscht, wirken die Beraterinnen umfassend bei der Lebensplanung eines Menschen in Abhängigkeit der jeweiligen Lebensphase mit.

Während Menschen mit einer Körperbehinderung oder einer psychischen-, bzw. Suchtbeeinträchtigung häufiger als Berater anzutreffen sind, ist dies bei Menschen mit einer geistigen Behinderung noch die Ausnahme.
Eine Besonderheit des Beratungsangebotes der Lebenshilfe Gütersloh ist daher die aktive Beteiligung von Menschen mit geistiger Behinderung als s.g. „Peer-Counselors“ am Beratungsprozess. Diese geschulten Co-Berater sind dazu bereit ihr Wissen und ihre Erfahrungen an andere Menschen mit Behinderung weiterzugeben und somit als Unterstützer für Gleichgesinnte zu agieren.

Aufgrund der Fülle von Beratungsanlässen ist die Vernetzung / Kooperation mit anderen in der Beratung tätigen Personen / Organisationen von großer Bedeutung. Deshalb sind auch wir an solchen Kooperationen interessiert.


Unsere Beraterinen können Sie an zwei Standorten im Kreis Gütersloh erreichen.

Jacqueline Kawekji

Lärchenweg 21

33428 Harsewinkel

Tel. 05247 40685-78

Fax 05247 4077-33

Mob 0151 25744737

kawekji@lebenshilfe-gt.de

Jacqueline Kawekji

Heidi Behr

Carl-Bertelsmann-Str. 83

33332 Gütersloh

Tel. 05241 21185-35

Fax 05241 21185-49

Mobil 0151 23794820

behr@lebenshilfe-gt.de

Heidi Behr

Lebenshilfe zieht positive Bilanz ihrer Kampagne zur Verbesserung des Bundesteilhabegesetzes – Weiter Kritik an den Leistungen der Pflegeversicherung

Menschen mit einer geistigen Behinderung und ihre Angehörigen können kurz vor Weihnachten zuversichtlich in das kommende Jahr schauen. Das am 1. Dezember im Bundestag und am 16. Dezember im Bundesrat verabschiedete Bundesteilhabegesetz konnte durch die Kampagne der Lebenshilfe im parlamentarischen Verfahren noch erheblich nachgebessert werden. „Unsere Aufklärungsarbeit und der Druck durch öffentlichen Protest haben dazu geführt, dass Menschen mit Behinderungen künftig besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben können und sich auch ihre finanzielle Situation verbessert“, zog  Lebenshilfe-Vorsitzender Andreas Henke, der auch dem Bundesvorstand des Selbsthilfeverbandes angehört, eine positive Bilanz. Allerdings würden Menschen mit einer geistigen Behinderung bei den Leistungen der Pflegeversicherung auch in Zukunft diskriminiert. „Hier werden wir weiter für Verbesserungen kämpfen“, sagte Henke.


Zu den eindeutigen Verbesserungen durch das Bundesteilhabegesetz, dessen Regelungen ab dem 1. Januar 2017 nach und nach in Kraft treten werden, gehört die Anhebung des Vermögensfreibetrages für behinderte Menschen in der Sozialhilfe von 2.600 auf 5.000 Euro. „Damit sind wir unserer Forderung auf das Recht auf ein Sparbuch ein gutes Stück näher gekommen“, sagte Henke. Außerdem werde das Arbeitsförderungsgeld von 26 auf 52 Euro verdoppelt und die Grenze für die Anrechnung so erhöht, damit die Menschen das Geld auch behalten dürfen. Mit dem eingeführten „Budget für Arbeit“ gebe es nun ein bundesweites Instrument, mit dem die Durchlässigkeit hin zum ersten Arbeitsmarkt deutlich verbessert werde. Aufgrund der bundesweiten Proteste konnte in letzter Minute auch eine Regelung verhindert werden, die den Zugang zu den Leistungen der Eingliederungshilfe deutlich eingeschränkt hätte. „Menschen, die Hilfe benötigen, bekommen auch künftig Unterstützung bei der Bewältigung des täglichen Lebens“, sagte Henke.


Lebenshilfe-Vorsitzende Andreas Henke und Tochter Amelie bei der großen Demonstration für die Verbesserung des Bundesteilhabegesetzes vor dem Brandenburger Tor.

Lebenshilfe-Vorsitzender Andreas Henke und Tochter Amelie bei der großen Demonstration für die Verbesserung des Bundesteilhabegesetzes vor dem Brandenburger Tor

Die Lebenshilfe Kreisvereinigung Gütersloh hatte sich in den vergangenen Monaten durch Aufklärungsarbeit gegenüber Politik und Öffentlichkeit sowie die Teilnahme an Protestaktionen für die Nachbesserung des Bundesteilhabegesetzes engagiert. Mitentscheidend für den Erfolg war auch eine große Demonstration mit über 7.000 Menschen mit und ohne Behinderungen vor dem Brandenburger Tor in Berlin, bei der Vertretern des Bundestages über 150.000 Unterschriften für ein besseres Gesetz übereicht werden konnten.


Allerdings wird die Lebenshilfe den Kampf vor allem für Verbesserungen in der Pflege fortsetzen. Denn unerfüllt blieb die Forderung, endlich die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen, die in Wohnstätten leben, zu beenden. Dort werden Leistungen der Pflegeversicherung mit einem geringen Pauschalbetrag in Höhe von 266 Euro abgegolten. Geplant war sogar eine Ausweitung dieser Regelung auf ambulante Wohnreinrichtungen, die teilweise verhindert werden konnte.


Rückfragen an:

Andreas Henke, Telefon 05241/40888


Weitere Hintergrundinformationen unter www.teilhabestattausgrenzung.de

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